Charakteristik
Anzahl Spieler: 2-4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 - 75 Minuten
Strategie, Taktik und Kreativität ist bei diesem Spiel gefragt
C) Die Geschichte der Azteken
Der Ursprung der Stadt Tenochtitlán liegt in ferner Vergangenheit. Der Texcoco See und seine Umgebung boten reiche Nahrungsquellen. Deshalb gab es dort schon 15.000 v. Chr. Siedlungen. Die Menschen lebten von der Jagd und vom Fischfang. Später (ca. 3000 v. Chr.) bauten sie u.a. Mais, Bohnen, Kürbisse, Tomaten und Paprika an.
In diesen Dörfern ließen sich etwa 1000 v. Chr. die Olmeken nieder. Sie führten diese Gegend zu einer ersten Blütezeit. Eines der grandiosesten Kulturdenkmäler ist die Sonnenpyramide von Teotihuacan. Im 7.Jh. begann der Stern von Teotihuacan zu sinken.
Im 9.Jh. wurde Tula, die Hauptstadt der Tolteken gegründet.
Es gab Kriege und Aufstände. Ein Militärregime war die Folge (Ende des 10. Jh.).
1168 wurde Tula von Barbaren zerstört.
Im 13. Jh. stritten 28 Städte um die Vorherrschaft im Herzen Mexikos.
Um diese Zeit (etwa 1200) ließ sich ein kleiner Stamm aus Aztlan am Texcocosee unter großen Schwierigkeiten nieder. Die Aztken (auch "Mexica" genannt) wurden zeitweise als unerwünschte Eindringlinge verfolgt. Sie suchten Zuflucht im Flachwasser des Sees und gründeten mitten im Schilf und in den Binsen, in einer sumpfigen Bucht an der Westseite des Sees ein armseliges Dorf. Die Azteken bauten das Gelände aus, gründeten weitere Dörfer. Etwa 1325 gründeten sie auf einer Felseninsel ihre Hauptstadt und gaben ihr die beiden Namen "Mexiko" und " Tenochtitlán ", was soviel heißt wie "Stätte des Feigenkaktus". In knapp 200 Jahren entwickelte sich die auf Inseln, Sandbänken und Pfählen erbaute Stadt zu einem wahren Venedig. Mit einem Boot konnte man durch zahlreiche Kanäle durch die ganze Stadt fahren. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Stadt etwa 1000 ha groß.
Die Anfänge des Reiches waren mühevoll, die Entwicklung schritt nur langsam voran. Die Azteken benötigten 50 Jahre um eine eigene Dynastie zu begründen. Erst 1428 sicherte Itzcoatl, der vierte Aztekenherrscher, nach einem siegreichen Krieg seinem Staat die Vorherrschaft über einen großen Teil Mexikos. In der Mitte des Jahrhunderts bedrohten Naturkatastrophen die Existenz des noch jungen Reiches; Überschwemmungen, Kälte, Dürre.
Moctezuma I. Ilhuicamina, der 5. Herrscher der Azteken, sicherte das Hochtal von Mexiko. Er ließ einen Aquädukt bauen, der frisches Wasser nach Tenochtitlán brachte. Er ließ einen 16 km langen Damm bauen, der die Hauptstadt vor Überschwemmungen schützen sollte. Außerdem eroberte er das Land bis an die Golfküste von Veracruz. Tribute in unvorstellbarer Fülle floß nach Tenochtitlán. Moctezuma der I. herrschte bis 1469. Axayacatl übernahm den Thron und führte sein Heer, abgesehen von einer Niederlage, von Sieg zu Sieg.
Unter Kaiser Ahuizotl (1486-1503) wurde ein weiterer Aquädukt gebaut, um die immer größer werdende Hauptstadt mit Wasser zu versorgen.
Um 1500 hatte das Reich nahezu 15 Millionen Einwohner in mindestens 38 Provinzen.
Da man sich in Tenochtitlán nur zu Fuß oder in Booten fortbewegen konnte, war es eine ruhige, aber sehr belebte Stadt. Es gab viele öffentliche Plätze, wo ständig Markt abgehalten und Handel betrieben wurde. Zum Markt kamen täglich etwa 25.000 Menschen. Alle 5 Tage fand ein großer Markt statt, zu dem dann doppelte Menschenmengen kamen. Die Aztekenstadt verdankt ihren Wohlstand unter anderem auch dem Handel.
"Die heilige Stadt" befand sich im Zentrum von Tenochtitlán. Sie war eine monumentale Anlage mit einer mit Schlangenköpfen verzierte Mauer. Die Anlage wird beherrscht vom "teocalli", ein etwa 30 m hoher, großer Tempel. Eine 114 Stufen hohe Doppeltreppe führte zur obersten Plattform. Dort standen zwei Heiligtümer: Huitzilopochtli, der Sonnengott und Tlaloc, der Regengott. Das Monument überragte den Komplex von Tempeln, Pyramiden und anderen Sakralbauten. Außer den Tempeln umfaßte die heilige Stadt Opfer- und Gebetsstätten, Plätze für das rituelle Ballspiel und eine Art Klosterschule. Die Einweihung des großen "teocalli", des großen Tempels, erfolgte erst 1487.
Die meisten Herrscher und die höchsten Würdeträger ließen ihre Paläste im Stadtzentrum in der Nähe des heiligen Bezirks errichten. Die Paläste waren Regierungssitz, Residenz und Gästehaus. Die Paläste waren mit allem Luxus ausgestattet. Sie bestanden aus mehreren Gebäuden, die sich um Innenhöfe und Gärten gruppierten. Cortes schrieb an Kaiser Karl V, Moctezumas Palast sei so großartig, daß ganz Spanien nichts Vergleichbares aufweisen könnte.
Neben den Palästen der Herrscher gab es noch die Paläste der Adligen und die prunkvollen Gebäude der reichen Kaufleute.
Das Ende von Tenochtitlán kam mit den Spaniern. Moctezuma II. Xocoyotzin, der 9. Herrscher der Azteken, ging nicht konsequent gegen die Spanier vor und lies Cortes Zeit sich nach Verbündeten umzusehen. Moctezume II. wurde 1519 von Cortes gefangen genommen, er starb in Gefangenschaft. Nach seinem Tode fiel die Stadt am 13. August 1521.
01.01.2002
Wolfgang Kramer
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